2005
"Kultur und Wissenschaft"
Der Kultursommer Rheinland-Pfalz 2005 steht unter dem Motto "Kultur und Wissenschaft" und beschäftigt sich mit dem wechselseitigen Verhältnis dieser beiden Bereiche in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Das Eröffnungsfest findet vom 6. bis 8. Mai in der Universitätsstadt Trier statt.
Ohne die Beiträge der Kultur sind die gesellschaftlichen Umbrüche unserer Zeit nicht zu bewältigen. Diese Umbrüche sind letzten Endes durch die Wissenschaft in unsere Welt gebracht worden, sodass die Stärkung der Wechselbeziehung zwischen Kultur und Wissenschaft Ziel jeder Kulturpolitik sein muss.
Die Frage nach dem wechselseitigen Verhältnis zwischen Kultur und Wissenschaft und nach den Veränderungen im Welt- und Menschenbild mag zunächst vielleicht etwas abstrakt erscheinen. Bei näherem Hinsehen sind die Zusammenhänge aber schnell erkennbar: Es geht um Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Parallelen und Widersprüche, historische Begegnungen und gegenwärtige oder zukünftige Entwicklungen.
Man denke an die Renaissance, an Leonardo da Vinci, der Künstler und Erfinder zugleich war, an Goethe, den Künstler und Naturforscher, dessen Werk von der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Ergebnissen von Wissenschaft durchsetzt ist. Man erinnert sich auch an die von der modernen Physik und Psychologie beeinflussten Bilder von Salvador Dalí, an den Zusammenhang zwischen Bach´scher Musik und Mathematik oder an den Bereich der Utopien oder Science-Fiction.
Denken Sie auch an die Veränderungen, die die Wissenschaft bewirkt hat und wie Künstler letztlich nicht nur darauf reagiert haben; es sind die Künstler, die sich mit den Fragen unserer Zeit auseinandersetzen. Oft mahnen Künstler, sie reflektieren die Wissenschaft, appellieren an die Verantwortung der Wissenschaftler und artikulieren Furcht vor den Folgen des Fortschritts, wie zum Beispiel nach dem Bau der Atombombe in Dürrenmatts „Die Physiker“. Kunst und Kultur bilden dabei eine moralische Instanz, wobei sie die Wissenschaft
nicht verurteilen, sondern den kritischen Blick schärfen und im Sinne der Aufklärung wissenschaftliche Ergebnisse auf gesellschaftliche Folgen hinterfragen.
2004
"Kennst Du das Land ...? (Italien)"
Der Kultursommer Rheinland-Pfalz 2004 hat das Motto „Kennst Du das Land ...? (Italien)“.
Die Eröffnungsveranstaltung ist vom 7. bis zum 9. Mai 2004 in der historische Altstadt von Neustadt an der Weinstraße - im Zentrum der Pfalz, der „Toskana Deutschlands“.
Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, (Johann Wolfgang von Goethe)
Im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.
Das Kultursommer-Motto 2004 gibt uns die Möglichkeit, die alte, reiche und vielfältige Kultur eines europäischen Nachbarlandes besser kennen zu lernen, zu dem offensichtlich gerade wir Deutschen ein besonderes Verhältnis haben.
Um die spezielle Italien-Sehnsucht der Deutschen soll es daher auch gehen im Kultursommer 2004. Was war und ist es, was die Deutschen seit Jahrhunderten gerade an Italien so fasziniert? Ist es das reiche kulturelle Erbe der Antike? Verbindet uns immer noch das Römische Reich Deutscher Nation der deutschen Kaiser des Hochmittelalters? Ist es die große kulturelle und geistliche Tradition der katholischen Kirche mit Rom als Zentrum? Die geniale Kraft und der Humanismus der Renaissance? Die ungeheure Musikalität des italienischen Volkes? Der einschmeichelnde Klang der italienischen Sprache?
Was es auch jeweils ist, das von Goethe bis Robert Gernhard, von den Bildungsreisen der Oberschicht des 18. Jahrhunderts bis zur Toskana-Fraktion der Gegenwart an Italien fasziniert: Das schier ununterbrochene Schwärmen für „Bella Italia“ muss seine guten Gründe haben.
Folgen wir also den Spuren der Maler, der Musiker und Dichter und der vielen Kulturinteressierten und geben in einem Projekt eine originelle Antwort auf die Frage: „Kennst du das Land...?“ Aus unterschiedlichen Perspektiven, mit Licht und Schatten, mit möglichst allen denkbaren Kultursparten und - wie immer - mit dem Bemühen um Qualität und Originalität.
2003
"Ein Land - viel(e) Kultur(en)"
Der Kultursommer Rheinland-Pfalz 2003 hat das Motto „Ein Land - viel(e) Kultur(en)“. Die Eröffnungsveranstaltung wird - wie gewohnt am ersten Maiwochenende - in Neuwied stattfinden, einer Stadt, welche die positiven Aspekte unseres Mottos aufgrund ihrer historischen Toleranz und Weltoffenheit besonders gut verkörpert.
Was meinen wir mit „Ein Land - viel(e) Kultur(en)“? Der Dichter Carl Zuckmayer aus Nackenheim beschreibt es in seinem Stück „Des Teufels General“:
„... Da war ein römischer Feldhauptmann, ein schwarzer Kerl, braun wie ne reife Olive, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Und dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie, das war ein ernster Mensch, der ist noch vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. – Und dann kam ein griechischer Arzt dazu, oder ein keltischer Legionär, ein Graubündener Landsknecht, ein schwedischer Reiter, ein Soldat Napoleons, ein desertierter Kosak, ein Schwarzwälder Flößer, ein wandernder Müllerbursch vom Elsass, ein dicker Schiffer aus Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offizier aus Wien, ein französischer Schauspieler, ein böhmischer Musikant – das hat alles am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt – und – und der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven, und der Gutenberg, und der Matthias Grünewald, und – ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt wie die Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen, lebendigen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein – das heißt: vom Abendland.“
Ein wichtiges Thema der Gegenwart und der nahen Zukunft ist die Migration, die Integration von zunächst „fremden“ Menschen in unsere Gesellschaft. Jenseits rechtlicher Regelungen in Ausländer- oder Einwanderungsgesetzen wird unsere innere Bereitschaft zum Zusammenleben mit bis dato Unbekannten und Unbekanntem über den Zustand unseres Gemeinwesens entscheiden: Wie wird es uns gelingen, nicht nur miteinander auszukommen, sondern auch die kulturellen Impulse, die Zuwanderer aus anderen Ländern und Kulturkreisen mitbringen, aufzunehmen und zu einen konstruktiven Miteinander zu kommen?
Gerade Kunst und Kultur können Brücken bauen, um die Angst vor dem Fremden überwinden zu helfen, können uns neugierig und aufgeschlossen machen, unser Verständnis des Fremden vertiefen und aus Fremden Freunde machen. Das ist keineswegs nur einseitig gemeint, das fordert immer beiden Seiten etwas ab. Deshalb geht es uns nicht darum, den Eindruck vermitteln zu wollen, es gäbe keine Spannungen, Missverständnisse und Schwierigkeiten. Diese sollen durchaus offen thematisiert und konstruktiv behandelt werden.
2002
"Reise in die Romantik"
Der Kultursommer Rheinland-Pfalz begibt sich in 2002 auf eine "Reise in die Romantik". Die Eröffnungsveranstaltung findet - wie immer am ersten Maiwochenende - dieses Mal in Bingen/ Rhein am Tor zum romantischen Mittelrhein statt. Und das aus guten Grund, denn 2002 ist es genau 200 Jahre her, dass zum ersten Mal von der "Rheinromantik" die Rede war.
Zum Hintergrund
Im Jahre 1802 reisten Friedrich Wilhelm Schlegel (Philosoph aus Jena), dann Achim von Arnim und Clemens von Brentano zu Fuß und per Schiff den Mittelrhein entlang. Andere Dichter, Musiker und Maler - und auf ihren Spuren Touristen - folgten. Ihre Berichte über die Schönheit der Landschaft prägten das Bild der "Rheinromantik" und erweckten den auf Bildung und Vergnügen angelegten Tourismus dieser Zeit.
Heute zeigen sich Ansätze für eine neue touristische Blüte: Burgen und Schlösser befinden sich in guten Händen und eben solchem Zustand, sie locken die Gäste mit vielfältigen neuen und kulturellen und unterhaltsamen Angeboten.
Für den Kultursommer Rheinland-Pfalz macht die "Reise in die Romantik" aber nicht nur am Rhein Station: auch die Romantik anderer Länder, die französische oder auch die englische, ist für dieses Motto von großem Interesse, denn "romantisch" war nicht nur der Rhein, "romantisch" waren nicht nur Dicht- und Kunstwerke, romantisch waren auch die damaligen Visionen von einem einigen Europa und das Interesse an der eigenen Vergangenheit und der Weisheit anderer Kulturen. Als Ziel der Kunst galt besonders der deutschen Romantik die Verwandlung der Welt in Seele und Geist durch die von Sehnsucht nach dem Unendlichen bewegte Phantasie.
Der Kultursommer und die Romantik
So wird der Kultursommer im Rahmen diverser Mottoprojekte sowohl in den Bereichen der Literatur, der Bildenden Künste und der Musik, durch Tanz, Theater und Film versuchen, die Epoche der Romantik, die um die Wende zum 19. Jahrhundert Aufklärung und Klassizismus abgelöst hatte, den Menschen in Rheinland-Pfalz und über die Landesgrenzen hinaus stärker ins Bewusstsein zu bringen.
Was ist eigentlich romantisch? Welche Art von Romantik ist eher reaktionär, welche progressiv? Wo ist die Romantik in unserer Gesellschaft noch wirksam? - Fragen, mit denen sich der Kultursommer Rheinland-Pfalz zwischen dem 1. Mai und dem 3. Oktober 2002 zusammen mit den vielen freien und kommunalen Veranstaltern und Projektleitern vor Ort befassen wird.
2001
Der 10. Kultursommer:"Stadt, Land, Fluß"
Beim Kultursommer-Motto 2001 ging es um das komplexe Verhältnis von Kultur und Natur. Kultur, das meint die Handschrift des Menschen in der Natur, sozusagen seine "zweite Natur". Doch dieses Verhältnis des Menschen zu seiner Natur war immer schon ein wechselseitiges: ist es auf der einen Seite von Liebe und Fürsorge geprägt, bestimmen auf der anderen Seite Ängste vor Ausbeutung und Zerstörung die Beziehung. Die Spannungsbögen zwischen Stadt und Land, Mensch und Natur, Vergangenem und Zukunftsvisionen bildeten den Schwerpunkt des Kultursommers 2001, der wieder mit über 1600 Veranstaltungen in ganz Rheinland-Pfalz vertreten war.
Eröffnet wurde der Kultursommer am 5. und 6. Mai in Pirmasens mit einem großen Bürgerfest. Zwei Tage lang wurde die Innenstadt zur Bühne: spektakuläres Straßentheater, Clownerie, Musik und vieles mehr sorgten für einen stimmungsvollen Auftakt. Den Abschluß bildete das große Bürgerfest am 3.Oktober zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz.
2000
"Muse, Mensch, Maschine"
Zwei Ereignisse gaben Anlass zu dieser Themenwahl: Die EXPO 2000 in Hannover mit ihrem Motto "Mensch-Natur-Technik" und das Gutenbergjahr in Mainz. Beides findet sich wieder im Kultursommer-Motto "Muse, Mensch, Maschine".
Die wechselseitigen Beziehungen zwischen Technik und Kunst haben sich im Laufe der Geschichte vielfach gewandelt. Sie reichen von krasser Gegenüberstellung, wie zum Beispiel in der Romantik bis hin zur Identifikation und einem gemeinsamen Ausdruck für kreatives Tun, wie in der Antike und Renaissance, den Zeiten, in denen alles vom Menschen hervorgebrachte als Kunstwerk galt.
So haben sich schon immer Kunst und Technik gegenseitig beeinflußt: seit Anbeginn menschlicher Kulturgeschichte tragen technische Mittel zur Entstehung von Kunstwerken bei und umgekehrt: Künstler regen immer wieder zu technischen Innovationen an und nehmen technische Entwicklungen vorweg.
Das Motto "Muse, Mensch, Maschine" versuchte in vielen Facetten dieses vielschichtige Verhältnis von Kunst und Technik aufzugreifen. In den Kultursommer- Reihen, den Tourneen und zahlreichen Theater-, Musik-, Kunst und Literaturveranstaltungen wurde das Motto sinnlich erfahrbar gemacht. über 1600 Veranstaltungen waren es auch in diesem Jahr. Die Kultursommer-Festivals meldeten Besucherrekorde!
Bei der großen Eröffnungsveranstaltung am 6. und 7. Mai in Mayen stellten Straßentheater, Live-Musik und Kunstauktionen zum diesjährigen Motto sowie ein großes Kinderfest die Hauptattraktionen. Den Abschluß des Kultursommers 2000 bildete ein festliches Konzert für Chor und Orchester mit Werken von Wagner, Strauß und Cherubini mit dem Titel "Tod und Verklärung" am 3. Oktober im Speyerer Dom, das zuvor in Koblenz, Trier, Köln und Frankfurt gastiert hatte.
Zwei Schwerpunkte bildeten zum einen die Ausstellung "Village Gutenberg", die im Rahmen des Gutenbergjahres stattfand, und die Theaterproduktion "Die Loreley" im Rhein am Loreleyfelsen, die schließlich auch als rheinland-pfälzischer Beitrag auf der EXPO 2000 in Hannover zu sehen war. Fortgesetzt wurden die erfolgreich begonnenen Kooperationen mit Frankreich aus dem Kultursommer-Jahr 1999 "Rendezvous mit Frankreich". So war mit dem "Cirque Baroque" die derzeit renommierteste Compagnie des Noveau cirque in Mainz zu Gast, und auch die Reihe "Voix et Route Romane" fand mit großem Zuspruch bei Publikum und Presse eine Fortsetzung.
1999
"Rendezvous mit Frankreich"
Der Kultursommer 1999 hatte sich zum Ziel gesetzt, die Kenntnis der französischen Kultur auf deutscher Seite zu vertiefen, die kulturellen Verbindungen zwischen Frankreich und Deutschland zu festigen und damit das gegenseitige Verständnis zu fördern. Was auf politischer Ebene bereits erreicht war, sollte auf der kulturellen ausgebaut werden. Und dies mit großem Erfolg.
Noch nie zuvor fanden in einem Jahr so viele Kulturveranstaltungen statt, die mit Frankreich zu tun hatten: Mal kamen französische Künstler, mal arbeitete der Kultursommer mit französischen Veranstaltern zusammen, mal interpretierten deutsche Künstler ihre französischen Kollegen. Oder der Kultursommer selbst ging nach Frankreich, wie zum Beispiel mit dem großartigen Konzert "Das Requiem" von Hector Berlioz in Paris. Etwa 3/4 aller 1.600 Veranstaltungen im Kultursommer Rheinland-Pfalz waren dem Motto "Rendezvous mit Frankreich" gewidmet.
So sind neue Projekte zustande gekommen, wie die grenzüberschreitende Konzertreihe "Vokalmusik und romanische Straße" im Elsaß und in der Pfalz, die 1999 Jahr zum erstenmal zusammen mit dem Verein "Voix et Route Romane" in Frankreich und Deutschland stattfand und sich mittlerweile zu einer eigenen Reihe im Kultursommer entwickelt hat. Auch die lange Tradition französischer Festivals, wie zum Beispiel die Straßentheater- oder Chansonsfestivals inspirierte viele Veranstaltungen und belebte den Kultursommer auf eine sehr reizvolle Weise.
1998
Jugend auf Kul-Tour
"Jugend auf Kul-Tour" lautete das Motto des Kultursommers 1998. Damit rückte erstmals der "junge Kultursommer" in den Mittelpunkt, der sich damals wie heute als Plattform für den rheinland-pfälzischen künstlerischen Nachwuchs versteht, der aber auch angesichts der zahlreichen kommerziellen Freizeitangebote Alternativen in Form von anspruchsvollen Kulturveranstaltungen für Jugendliche und mit Jugendlichen anbieten kann. Nicht der passive Konsum, sondern der aktive und kreative Umgang mit Kultur charakterisierte demzufolge im besonderen die Jugendkulturarbeit des Kultursommers 1998.
Die Nachwuchsförderung im Kultursommer hat bereits Tradition: Einrichtungen wie die Künstlerhäuser Schloß Balmoral und Edenkoben und Einrichtungen der Villa Musica in Mainz und Engers haben es sich schon seit langem zur Aufgabe gemacht, dem talentierten Nachwuchs eine Heimat und in Form von Stipendien eine solide künstlerische Ausbildung zu geben. Aber das allein genügt nicht: die Jugend braucht ein Podium, die professionelle Kulisse und das Rampenlicht. Ein kommerzieller Veranstalter kann dies schon aus ökonomischen Gründen kaum leisten.
Der Kultursommer hat diese Lücke zu schließen gewußt und die Bühnen zur Verfügung gestellt, die für ambitionierte Neulinge im Kulturgeschäft das Sprungbrett für eine künstlerische Karriere bedeuten können. Herausragende Beispiele waren der Festivalstern "Jugendtheater", das "Junge Forum" im Klassikbereich, das Landesnachwuchsfestival "Rockbuster" und "Jugend musiziert auf Weingütern" im Rahmen der Kultursommer-Reihe "Jazz und Kunst auf Weingütern."
Die kontinuierliche Nachwuchsförderung war jedoch nur ein Teilaspekt des Mottos "Jugend auf Kul-Tour". Auch inhaltlich bewegte sich alles um die Jugend und deren Lebens- und Erfahrungswelt, was sie bewegt und betrifft. Darüberhinaus wies "Jugend auf Kul-Tour" auch auf den Bewegungs- und Begegnungscharakter von Kultur hin, denn "Kul-Tour" bedeutete auch auf die Reise gehen, Grenzen überschreiten, entdecken, experimentieren und Neuland erschließen - nicht nur für Jugendliche, sondern auch als Anregung an die "Elterngeneration", Rückschau zu halten und den Dialog zu suchen.
Trotz Wetter und WM, den Hauptproblemen der Veranstalter in 1998, sind die insgesamt rund 1.600 Kultursommer-Veranstaltungen vom 1. Mai bis 3. Oktober erfolgreich "über die Bühne gegangen". Eine besondere Rolle spielten dabei die vier großen Jugendkulturfestivals in Ludwigshafen, Koblenz, Trier und Mainz.
1997
"Zukunft hat Vergangenheit - 50 Jahre Rheinland-Pfalz"
Rund 2000 Veranstaltungen fanden zwischen dem 1. Mai und 3. Oktober 1997 in ganz Rheinland-Pfalz statt. Mit dem Motto "Zukunft hat Vergangenheit - 50 Jahre Rheinland-Pfalz" stand diese Kultursommer-Saison vor allem in Zeichen des Landesjubiläums, denn der 50. Geburtstag, den Rheinland-Pfalz am Verfassungstag, dem 18. Mai feierte, war für den Kultursommer ein willkommener Anlaß, sich auf die reiche Geschichte und die kulturellen Traditionen des Landes zu besinnen.
Die besondere Mischung der Kulturereignisse machte den Kultursommer auch in diesem Jahr wieder zu einer großen Veranstaltung für das ganze Land Rheinland-Pfalz.
Ein imaginärer Reiseweg durch die Geschichte führte die Besucher von der Römerzeit bis in die Gegenwart und füllte das Motto mit Leben. Andere Projekte erinnerten an die Rheinromantik oder an die für einige rheinland-pfälzische Regionen wichtige Geschichte der Bäder und Badekultur. Neu hinzukamen 1997 drei Festivals in Mainz, Hambach und Alzey, in denen internationale Stars Musik, Tanztheater, Kabarett und Comedy geboten haben.
Die beliebten und etablierten Veranstaltungsreihen des Kultursommers wie "Jazz und Kunst auf Weingütern", die Chormusikreihe "Singendes Rheinland-Pfalz", der "Burgenzauber", die "Internationalen Orgelfestwochen" oder die Reihe der Villa Musica "Musik auf Bürgern und Schlössern" fehlten natürlich auch im sechsten Jahr des Kultursommers nicht.
Die große Eröffnungsfeier fand in Speyer statt, das mit seiner Tradition und lebendigen Kulturszene als Auftaktstätte eines vielfältigen Kultursommers bestens geeignet war.